Koniferen

Geschrieben von Dieter Kahl. Veröffentlicht in Uncategorised

Das Koniferenquartier

Obwohl meist weniger fotogen als die blühenden Laubgehölze, kann der Besucher vielfältigen Koniferen (= Zapfenträger) begegnen.

Sie sind in der Regel immergrün. Sie werfen stets nur einen Teil ihrer Nadelblätter ab und präsentieren sich deshalb auch im Winter grün. Wie stets in der Botanik gibt es wieder Ausnahmen: Am bekanntesten ist die heimische Europäische Lärche (Larix decidua). Außerdem sind die Sumpf-Zypresse (Taxodium distichum) und der Urwelt-Mammutbaum (Metasequoia glyptostroboides, auch Chinesisches Rotholz genannt) nur sommergrün – und im Garten zu finden.

Larix deciduaDas Koniferen-Quartier befindet sich gegenüber dem Primel-Garten. Aber auch in den anderen Quartieren sind die Nadelgehölze immer wieder mit prominenten Exemplaren vertreten: Der herrliche, die Zweige bis zum Boden ausstreckende Mammutbaum (Sequoiadendrum giganteum) auf der großen Wiese, die blaunadelige Atlas-Zeder (Cedrus libani ssp. atlantica ‘Glauca‘), die Japanische Sicheltanne mit den sichelförmigen Nadeln (Cryptomeria japonica), mehrere Exemplare der Kanadischen Hemlock-Tanne (Tsuga canadensis) mit den kleinen Zapfen sowie neu gepflanzte Exemplare der dekorativen Chilenischen Araukarie (Araucaria araucana), der Goldlärche (Pseudolarix amabilis) und der Chinesischen Schirmtanne (Sciadopitys verticillata).

Von den weltweit ca. 100 Kiefern-Arten gibt es bei uns die 5-nadelige Weymouth-Kiefer mit den großen Zapfen (Pinus strobus), die in Solingen einmalige Jeffreys-Kiefer (Pinus jeffrey), die Amerikanische Küsten-Kiefer (Pinus contorta), die Schlangenhaut-Kiefer (Pinus leucodermis), die heimische Schwarz-Kiefer (P. nigra) und die in den Bergen heimischen Vertreter Zirbe (Pinus cembra) und Zwerg-Kiefer (P. mugo), eine säulenförmige Wald-Kiefer (Pinus sylvestris ‘Fastigiata‘) sowie die Österreichische Schwarz-Kiefer (Pinus nigra ssp. nigra).

Metasequoia glyptostroboidesNeben den Gewächshäusern ragen zwei schlanke Kaukasische Fichten (Picea orientalis) in den Himmel und am Weg zum Bücherschrank breitet die Mähnenfichte  (Picea breweriana) ihre Schwingen aus. Auch eine Japanische Hänge-Lärche (Larix kaempferi ‘Pendula‘), der Abendländische Lebensbaum (Thuja occidentalis) und die Kopfeibe (Cephalotaxus harringtonia) sind dort angesiedelt.

Die heimische Eibe (Taxus baccata) gehört mit zu den Nadelgehölzen, obwohl sie keine Zapfen, sondern Samen mit einer leuchtend roten Hülle (Arillus) trägt. Diese von den Vögeln gern gefressene Samenhülle ist der einzige nicht giftige Teil der Eibe.

Im Heidegarten finden wir die typischen Wachholder (Juniperus communis) und Zypressen (Cupressus sempervirens).

Bemerkenswert ist die Sammlung der Schein-Zypressen (Gattung Chamaecyparis): Es gibt säulenförmige (‘Fastigiata‘), gelbnadelige (‘Aurea‘) und kleinwüchsige (‘Nana gracilis‘) Arten und Sorten, die Feuer-Scheinzypresse (Chamaecyparis obtusa) und die Mooszypresse (C. pisifera ‘Squarrosa‘) auf dem Friedhof, die zwei verschiedenen Nadeltypen aufweist.

Abschließend seien die vielfältigen Tannen-Arten erwähnt: Die Korea-Tanne (Abies koreana) mit ihren dekorativen blauen Tannenzapfen, die Arizona Gebirgs-Tanne (Abies lasiocarpa), die Kaukasus (oder Nordmann-)Tanne (Abies nordmanniana), und die Blau-Tanne (Abies procera).

Bekanntlich kann man Tannen leicht von Fichten unterscheiden: Bei Tannen stehen die Zapfen; Die Zapfenschuppen fallen einzeln ab und die Spindel bleibt am Zweig zurück. Bei den Fichten hängt der Zapfen und fällt als Ganzes herunter. Und natürlich pieksen die Fichten-Nadeln – deshalb ist ihr Gattungsname „Picea“.

Also dann bis bald bei den nadligen Vertretern!

Text: Dr. Wolf-Achim Roland; Babara Azza; Matthias Nitsche / Fotos: Dr. Wolf-Achim Roland